DIE TAUBER - Ansichten einer idyllischen Flusslandschaft aus der Sammlung Klaus Berge


August Merz: Blick auf Rothenburg von der Tauber aus, Aquarell, 1848 datiert

Das Reichsstadtmuseum ist um eine Attraktion reicher: fast 300 romantische Ölbilder und Aquarelle, Zeichnungen, präzise Kupferstiche und Radierungen mit Motiven aus dem Taubertal. Eine Schenkung hat diesen bedeutenden Zuwachs der städtischen Sammlungen ermöglicht.

Klaus Berge, ehemaliger Geschäftsmann aus Frankfurt am Main, genießt schon seit langem die Idylle der Tauberregion und sammelte seit Jahrzehnten historische Ansichten von Wettringen bis Wertheim. Der Wunsch, seine bedeutende Kollektion möge auch in Zukunft unzerteilt weiter sichtbar bleiben, bewog ihn letztlich zur Übergabe an das Rothenburger Museum.

In der jetzt gezeigten Sonderausstellungen sind die Zimelien dieser Sammeltätigkeit zu sehen: sehr schön altkolorierte Lithographien von Gustav Kraus (1804-1852), aber auch viele Unikate wie z.B. eine Stadtansicht von August Merz vom 25. Mai 1848, die er mit „August Merz, stud. theol.“ bezeichnet hat; eine aquarellierte Miniatur des Nürnberger Kunstgewerbschulen­leiters August Reindel und ein anonymes Aquarell von ca. 1830, das die Silhouette der Stadt von der Wackelbrücke aus zeigt. Extrem selten dürfte auch ein auf Pergament verfasstes Willkommenslied für Ludwig I. und seine Mutter Therese sein, das ihm am 27. August 1829 vom „Chor der Jungfrauen“ dargebracht wurde und das eine Rothenburger Vedute in der Art von Gustav Kraus zeigt. Die einzige Ansicht von Bettenfeld aus dem 19. Jahrhundert von Johann Eberhart (1813-1902) findet sich ebenso in der Kollektion wie Lithographien von Paul Hey, der seine Rothenburger Ansichten kurioserweise häufig seitenverkehrt anlegte und ein Aquarell von Edward Harrison-Compton mit der Jakobskirche aus nordöstlicher Ansicht.

Nun handelt es sich bei der Sammlung Berge keineswegs um eine reine Rothenburg-Sammlung. Der größere Teil umfasst die Orte des Taubertals und ihren Umgriff in einer Komplexität, Qualität und Vollständigkeit, wie sie wohl bisher noch nicht zusammengetragen wurde. Erwähnt seien pars pro toto nur die Werke von G.J. Gisser (Markelsheim, Tauberbischofsheim), die Zeichnungen und Pastelle von Fritz Wucherer (1873-1948) (haupts. Wertheim) und einige extrem seltene Kupferstiche  und Lithographien von Wertheim (von Caspar Merian, Fr. Mayer, Chr. Faber).

Immer wieder hatte der Sammler dem Reichsstadtmuseum in der Vergangenheit bereits wertvolle Objekte geschenkt. Dabei sticht das große Panorama von Josef Ruep von 1936 besonders heraus, welches inzwischen zu einer unverzichtbaren visuellen Quelle für die Bebauung außerhalb der Stadtmauer geworden ist. Zusammen mit der Postkartensammlung, die Klaus Berge bereits vor einigen Jahren dem Reichsstadtmuseum geschenkt hat, kann die Stadt Rothenburg nun zu Recht den Anspruch erheben, die profundeste und qualitätvollste Sammlung zum Thema Taubertal in seinen Mauern zu beherbergen.

 Sonderausstellung „Die Tauber. Ansichten einer idyllischen Flusslandschaft aus der Sammlung Klaus Berge“ vom 14.10.-30.12.2018, geöffnet täglich von 9.30 – 17.00 Uhr im Oktober, sonst 13-16 Uhr; während der Zeit des Weihnachtsmarkts 10-16 Uhr

 

 

Verlängert bis 31.12.2018! Medien der Reformation - Kampf der Konfessionen


Mit dem "Papstesel" zu Rom und dem "Mönchskalb zu Freyberg" beschrieben Melanchthon und Luther jeweils die Verkommenheit der römischen Kurie.

Flugschriften der Reformation als Medienereignis

1554 gelangte mit der Bibliothek des ansbachisch-markgräflichen Kanzlers Georg Vogler mit 58 Bänden eine der bedeutendsten Flugschriftensammlungen in Rothenburger Besitz. Ihre Inhalte zu vermitteln und die Umwälzungen der Medienlandschaft des frühen 16. Jahrhunderts darzustellen, hat sich das Reichsstadtmuseum mit dieser Sonderausstellung zur Aufgabe gemacht.

 

Die theologischen Inhalte waren breit gestreut. Rechtfertigungslehre, Papst- und Kleruskritik, kontrastierende Darstellungen evangelisch-biblischer und römisch-katholischer Lebens waren die Hauptthemen. Dabei sollte weniger Wissen vermittelt als Meinung zum Zweck der Überzeugung propagiert werden.

Auf welchem Weg dies geschah, ist bis heute noch nicht vollständig geklärt. Sicher gab es damals humanistisch aufgeklärte Diskussionszirkel wie der um Willibald Pirckheimer (1470-1530) in Nürnberg, in denen diese Blätter gelesen und diskutiert wurden. Durch den großen Kreis der Analphabeten (ca. 90% der Gesamtbevölkerung) müssen aber auch an Formen mündlicher Vermittlung in Betracht gezogen werden wie z.B. Predigten, Vorlesen im privaten Kreis oder propagandistische Reden im öffentlichen Raum.

Auch für Rothenburg sind einige Fakten hierzu überliefert. In der zeitgenössischen Chronik des Thomas Zweiffel wird anschaulich geschildert, dass aus einem konspiratorischen Intellektuellenzirkel heraus die protestantische Botschaft in große Teile der Bevölkerung getragen wurde. Darunter befanden sich einige Ratsherren, theologisch gebildete Personen, aber auch Cuntz Kern, der buchtrucker. Dies ist umso bedeutsamer, da Zweiffel darüber hinaus erwähnt, dass die Thesen Karlstadts in Rothenburg selbst hie gestellt, geschriben, getruckt und ausgetragen wurden. Predigten und Reden fanden an vielen Orten und zu allen Zeiten statt: am markt, in gassen, uff den kirchhofen und anderen enden ... predigten und sagten einander sölich new materien, was sie dero in buchern hetten, lasen und wisten.

Wie sehr die katholische Kirche nicht nur als religiöse Instanz, sondern auch als Machtinstitution ins Kreuzfeuer geriet, lässt sich leicht daran ablesen, dass die im Zuge der zunächst religiös gemeinten Attacken auf die Autoritäten bald in Handgreiflichkeiten in Form des Bauernkriegs umschlugen.

______________________________________________________________

NEUERSCHEINUNG!


BAUMANN, Wilfried:

KATALOG DER STIFTUNG BAUMANN
Fayencen, Steinzeug und Steingut

22 x 26 cm, 166 S., farbig auf qualitätvollem Bilderdruck, Hardcover, Fadenheftung.

Alle 589 ausgestellte Fayencen und 57 Steinzeug- und Steingutobjekte sind farbig abgebildet, mit Maßen, sortiert nach Manufaktureinordnungen, incl. aller Objekte, die in der Ludwig-Doerfler-Galerie in Schillingsfürst lagern!

ISBN 978-3-944109-08-4

 

29,50 EUR

plus Porto und Verpackung (in Europa (EU) 5,00 EUR)
Bestellmöglichkeit unter KONTAKT

_____________________________________________________________________

 


 

BAUMANN, Wilfried:

KATALOG DER STIFTUNG BAUMANN

Der komplette Katalog der Stiftung Baumann mit Abbildung aller ausgestellter Kriegs-, Jagd- und Schutzwaffen, beschrieben in deutscher und englischer Sprache!

PDF-Datei auf CD, 788 S., ca. 400 MB, (überarbeitet 2015)

Zum INHALTSVERZEICHNIS

Blick ins Buch mit einigen AUSWAHLSEITEN (optimiert für den Adobe Reader)

Vorwort von Dr. Alfred Geibig, Direktor der Kunstsammlungen der Veste Coburg.

29,00 EUR als CD

plus Porto und Verpackung in Europa (EU) 3,50 EUR als CD
Bestellmöglichkeit unter KONTAKT

 

 

Öffnungszeiten

November - März
13.00 - 16.00 Uhr

April - Oktober
09.30 - 17.30 Uhr

Während des Weihnachtsmarkts
10 - 16 Uhr

 

Eintrittspreise 2018

Erwachsene: 6,00 EUR
Ermäßigt: 5,00 EUR
Familie: 14,00 EUR
Kinder unter 6. J. frei
Foto-Erlaubnis: 3,00 EUR
Führung (auf Anfrage): 50,00 EUR

(Änderungen vorbehalten)